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So finden ChatGPT & Co. deine Firma: GEO-Checkliste für KMU

Zehn Punkte, damit KI-Dienste deine Firma, deinen Verein oder deine Institution finden, verstehen und nennen

  • KI-Sichtbarkeit

«Welche Zimmerei im Thurgau baut Aufstockungen?» oder «Gibt es in Kreuzlingen eine Beratungsstelle für Eltern?» Solche Fragen stellen immer mehr Menschen nicht mehr nur Google, sondern auch ChatGPT, Perplexity, Microsoft Copilot oder der KI-Übersicht in der Google-Suche. Ob deine Firma, dein Verein oder deine Institution in der Antwort vorkommt, hängt davon ab, ob diese Systeme dich finden, verstehen und für vertrauenswürdig halten.

Was GEO ist und wie es sich von SEO unterscheidet, erklären wir im Beitrag SEO oder GEO – was ist der Unterschied?. Hier geht es um die Praxis: zehn Punkte, die du Schritt für Schritt abarbeiten kannst.

Vorweg ehrlich gesagt: Niemand kann dir garantieren, dass eine KI deine Firma nennt. Die Anbieter legen nur teilweise offen, woher ihre Antworten stammen, und die Antworten ändern sich laufend. Die folgenden Punkte verbessern aber deine Chancen, und fast alle helfen gleichzeitig bei Google und bei den Menschen, die deine Website besuchen.

1. Sag klar, wer du bist

KI-Systeme setzen ihr Wissen über dich aus vielen Quellen zusammen. Je klarer deine eigene Website sagt, wer du bist, desto weniger müssen sie raten. Auf die Startseite und auf die Seite «Über uns» gehört ein Satz, der vier Fragen beantwortet: Wer? Was? Wo? Für wen?

Ein Beispiel: «Die Muster Holzbau AG ist eine Zimmerei in Frauenfeld und baut Holzhäuser, Anbauten und Aufstockungen für Private und Gemeinden in der Ostschweiz.» Das klingt unspektakulär, ist aber genau die Art Satz, die eine KI übernehmen kann.

  • Verwende überall denselben Namen, so wie er im Handelsregister steht, und zusätzlich die Kurzform, unter der man dich kennt.
  • Halte dein Impressum vollständig: Name, Rechtsform, Adresse, Kontakt und, falls vorhanden, die UID-Nummer.
  • Beschreibe deine Leistungen mit den Worten deiner Kundschaft, nicht mit internem Fachjargon.

2. Halte Name, Adresse und Telefon überall gleich

In der lokalen Suche spricht man von NAP: Name, Address, Phone. Wenn deine Adresse auf der Website «Hauptstrasse 12», im Google Unternehmensprofil «Hauptstr. 12a» und in einem Branchenverzeichnis noch die alte Adresse vor dem Umzug lautet, entsteht ein widersprüchliches Bild.

  • Lege eine verbindliche Schreibweise fest und verwende sie überall gleich.
  • Prüfe die wichtigsten Einträge: Website, Google Unternehmensprofil, Verzeichnisse wie local.ch und search.ch, LinkedIn, Facebook sowie Verbands- und Gemeindeverzeichnisse.
  • Nach einem Umzug, einer neuen Telefonnummer oder einer Namensänderung: alle Einträge in einem Durchgang anpassen.

3. Pflege dein Google Unternehmensprofil vollständig

Die KI-Übersichten und der KI-Modus sind Teil der Google-Suche. Für lokale Ergebnisse nennt Google drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Zur Relevanz sagt Google ausdrücklich, dass vollständige und ausführliche Angaben im Profil helfen. Zur Bekanntheit zählen unter anderem Links auf dein Unternehmen und Bewertungen.

  • Wähle die passende Hauptkategorie und ergänze weitere Kategorien.
  • Trag Öffnungszeiten ein, auch abweichende Zeiten an Feiertagen.
  • Beschreibe deine Leistungen und lade aktuelle Fotos hoch.
  • Bitte zufriedene Kundinnen und Kunden um eine Bewertung und antworte auf Bewertungen, auch auf kritische.

4. Vergiss Bing nicht

Microsoft Copilot baut auf dem Suchindex von Bing auf. Melde deine Website deshalb auch bei den Bing Webmaster Tools an und reiche dort deine XML-Sitemap ein. Seit Februar 2026 zeigt Bing dort in einer Vorschau den Bericht «AI Performance»: Er macht sichtbar, wie oft deine Seiten in Antworten von Copilot und in KI-Zusammenfassungen von Bing als Quelle genannt werden. Das ist eine der wenigen Möglichkeiten, KI-Sichtbarkeit direkt beim Anbieter zu messen.

5. Lass die richtigen Bots auf deine Website

KI-Dienste lesen Websites mit eigenen Crawlern. In der Datei robots.txt kannst du festlegen, welche davon deine Seiten besuchen dürfen. Wichtig ist der Unterschied zwischen Bots für das Training von KI-Modellen und Bots für die Suche:

  • OpenAI: «OAI-SearchBot» für die Suche in ChatGPT, «GPTBot» für das Training. OpenAI schreibt, dass Websites, die OAI-SearchBot aussperren, nicht in den Suchantworten von ChatGPT erscheinen, höchstens noch als einfacher Link.
  • Anthropic: «Claude-SearchBot» für die Suche, «Claude-User» für Abrufe auf Wunsch von Nutzerinnen und Nutzern, «ClaudeBot» für das Training.
  • Perplexity: «PerplexityBot» für den Index, aus dem Perplexity Antworten erstellt.
  • Google: Für die Google-Suche inklusive KI-Übersichten zählt der normale Googlebot. Der Eintrag «Google-Extended» steuert die Nutzung für Gemini und hat laut Google keinen Einfluss auf die Google-Suche.

Du kannst also zum Beispiel das Training ablehnen und die Suche trotzdem zulassen. Prüf deine robots.txt unter deine-domain.ch/robots.txt. Steht dort für einen dieser Bots «Disallow: /», ist er ausgesperrt.

Frag auch bei deinem Hosting oder deiner Agentur nach, ob eine Firewall oder ein CDN KI-Crawler blockiert. Bei Cloudflare zum Beispiel lassen sich KI-Crawler nach Zweck sperren (Suche, Agenten, Training), und für neue Domains gelten dafür Voreinstellungen. Wer dort das KI-Training pauschal blockiert, kann damit sogar Googlebot und Bingbot aussperren, weil diese Crawler mehreren Zwecken dienen. Sperren können sinnvoll sein, sollten aber eine bewusste Entscheidung sein und kein Versehen.

6. Stell wichtige Inhalte als Text bereit

Google empfiehlt für die KI-Funktionen der Suche, wichtige Inhalte in Textform bereitzustellen. Bei anderen KI-Crawlern ist das noch wichtiger: Eine Auswertung von Vercel und MERJ vom Dezember 2024 zeigte, dass die grossen KI-Crawler von OpenAI, Anthropic und Perplexity kein JavaScript ausführen. Inhalte, die erst per JavaScript nachgeladen werden, sehen diese Crawler unter Umständen gar nicht.

  • Öffnungszeiten, Preise und Leistungen als Text, nicht als Bild.
  • Wichtige Informationen auf einer HTML-Seite, nicht nur in einem PDF.
  • Kernaussagen direkt im Seitentext, nicht versteckt in Slidern oder nachgeladenen Elementen.

7. Ergänze strukturierte Daten

Strukturierte Daten nach schema.org beschreiben deine Angaben in einer Form, die Maschinen eindeutig lesen können. Für die meisten KMU und Vereine reichen zwei Typen: «Organization» oder «LocalBusiness» mit Name, Adresse, Telefon, Öffnungszeiten und Logo. Über die Eigenschaft «sameAs» verknüpfst du deine offiziellen Profile, etwa LinkedIn oder den Eintrag im Handelsregister.

Zwei Hinweise dazu: Google verlangt für die KI-Funktionen keine speziellen strukturierten Daten, und die Angaben müssen mit dem sichtbaren Text auf der Seite übereinstimmen. Und seit Mai 2026 zeigt Google keine FAQ-Rich-Results mehr an. FAQ-Auszeichnungen schaden nicht, bringen in der Google-Suche aber keine zusätzliche Darstellung mehr.

8. Beantworte die Fragen deiner Kundschaft

KI-Systeme suchen nach Antworten. Die besten Vorlagen dafür liefern dir deine Kundinnen und Kunden selbst: Sammle die Fragen, die am Telefon, per E-Mail oder im Beratungsgespräch immer wieder kommen.

  • Beantworte jede Frage im ersten Satz direkt, erst danach folgen Details.
  • Schreib in kurzen Absätzen, die auch für sich allein verständlich sind.
  • Nenne konkrete Angaben: Einzugsgebiet, Ablauf, Dauer, Voraussetzungen und, wenn möglich, Preisrahmen.
  • Gib jedem wichtigen Thema eine eigene Seite, statt alles auf einer Seite zu sammeln.

9. Sorg für Belege und Erwähnungen

Was andere über dich schreiben, wiegt oft mehr als das, was du über dich selbst sagst. Erwähnungen auf vertrauenswürdigen Websites stärken dein Bild bei Suchmaschinen und KI-Diensten:

  • Einträge bei Branchenverbänden, im Gewerbeverein oder bei der Gemeinde.
  • Berichte in regionalen Medien, etwa über ein Projekt, ein Jubiläum oder einen Anlass.
  • Referenzen und Partnerschaften, die beide Seiten auf ihrer Website nennen.
  • Auf deinen eigenen Fachbeiträgen: Autorin oder Autor, Datum und Quellen angeben.

10. Prüf regelmässig, was die KI über dich sagt

Stell den gängigen KI-Diensten einmal im Monat die Fragen, die deine Kundschaft stellen würde, und notiere, ob und wie du vorkommst. Die Antworten variieren je nach Zeitpunkt und Person, achte deshalb auf die Entwicklung über mehrere Monate, nicht auf einzelne Antworten. Ergänzend helfen dir der Bericht «AI Performance» in den Bing Webmaster Tools und die Google Search Console.

Was du dir sparen kannst

Rund um GEO werden viele Abkürzungen verkauft. Ein Beispiel ist die Datei llms.txt. Google unterstützt sie laut eigenen Aussagen nicht, und Googles John Mueller hat festgehalten, dass derzeit kein KI-System sie nutzt. Investiere deine Zeit lieber in die zehn Punkte oben.

Die Checkliste im Überblick

  • Ein klarer Satz: wer, was, wo, für wen
  • Name, Adresse und Telefon überall identisch
  • Google Unternehmensprofil vollständig und aktuell
  • Website in den Bing Webmaster Tools angemeldet
  • robots.txt und Firewall lassen die Such-Bots der KI-Dienste zu
  • Wichtige Inhalte als Text, nicht nur in Bildern, PDFs oder JavaScript
  • Strukturierte Daten zu Organisation, Adresse und Öffnungszeiten
  • Echte Kundenfragen direkt beantwortet
  • Erwähnungen auf vertrauenswürdigen Websites
  • Monatlicher Test in den KI-Diensten

Unterstützung bei GEO

Du willst wissen, wie sichtbar deine Firma heute in KI-Antworten ist, und welche dieser Punkte bei dir am meisten bringen? Auf unserer Seite zu GEO und KI-Sichtbarkeit erfährst du, wie wir dich dabei unterstützen.

Häufige Fragen

Garantieren kann das niemand. KI-Dienste stellen ihre Antworten aus vielen Quellen zusammen, und die Antworten ändern sich laufend. Du kannst aber die Voraussetzungen schaffen: klare und einheitliche Angaben zu deiner Firma, zugängliche Inhalte, strukturierte Daten und Erwähnungen auf vertrauenswürdigen Websites.

Unterscheide zwischen Bots für das Training und Bots für die Suche. Wer zum Beispiel OAI-SearchBot aussperrt, erscheint laut OpenAI nicht in den Suchantworten von ChatGPT. Das Training kannst du separat ablehnen, etwa über GPTBot oder ClaudeBot, ohne die Suche zu blockieren.

Nein. Google unterstützt llms.txt nach eigenen Aussagen nicht, und Googles John Mueller hat festgehalten, dass derzeit kein KI-System die Datei nutzt. Eine gut strukturierte Website mit klaren Texten bringt mehr.

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