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Website-Texte, die gelesen werden – von Menschen, Google und KI

Struktur, Überschriften, klare Sprache und echte Antworten: So schreibst du Texte, die man schnell erfasst und gerne nutzt – mit Checkliste

  • SEO

Die meisten Menschen lesen Websites nicht, sie überfliegen sie. Schon 2008 zeigte eine Auswertung der Nielsen Norman Group: Auf einer durchschnittlichen Seite bleibt bei einem Besuch höchstens Zeit für 28 % der Wörter, realistisch sind eher 20 %. Steht die wichtigste Information erst im dritten Absatz, kommt sie bei vielen nie an.

Gute Website-Texte haben heute drei Leserschaften: Menschen, Suchmaschinen wie Google und KI-Dienste wie ChatGPT oder die KI-Übersichten in der Google-Suche. Die gute Nachricht: Alle drei wollen im Kern dasselbe, nämlich klare Struktur, verständliche Sprache und echte Antworten. So schreibst du solche Texte, mit Checkliste am Schluss.

1. Kläre zuerst: für wen und wozu?

Bevor du den ersten Satz schreibst, beantworte für jede Seite drei Fragen:

  • Wer liest diese Seite? Eine Privatperson, die einen Handwerker sucht, liest anders als eine Einkäuferin, die Lieferanten vergleicht.
  • Was will diese Person wissen? Meist ganz Praktisches: Was kostet es? Wie läuft es ab? Kommt ihr auch zu mir?
  • Was soll sie danach tun? Anrufen, eine Offerte anfragen, einen Termin buchen, etwas bestellen.

Die besten Vorlagen liefert dir deine Kundschaft selbst. Sammle die Fragen, die am Telefon, per E-Mail oder im Beratungsgespräch immer wieder kommen, und notiere dir die Wörter, die dabei fallen. Wer «Heizung ersetzen» sucht, tippt selten «Wärmeerzeugungslösungen» ein.

2. Das Wichtigste zuerst

Schreib nach dem Prinzip der umgekehrten Pyramide: zuerst die Kernaussage, dann die Details, zum Schluss die Hintergründe. Das gilt für die ganze Seite, für jeden Abschnitt und jeden Absatz.

Die Eyetracking-Studien der Nielsen Norman Group zeigen, warum: Die obersten Zeilen und die ersten Wörter jeder Zeile bekommen am meisten Aufmerksamkeit. Beginne Überschriften, Absätze und Aufzählungspunkte deshalb mit den Wörtern, die die Information tragen. «Lieferung innert zwei Arbeitstagen» wirkt beim Überfliegen besser als «Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass …».

3. Überschriften, die etwas sagen

Laut Nielsen Norman Group ist das sogenannte Layer-Cake-Muster die wirksamste Art, eine Seite zu überfliegen: Man springt von Zwischentitel zu Zwischentitel und liest dort weiter, wo es interessant wird. Das klappt nur, wenn die Überschriften etwas aussagen.

  • Statt «Unsere Leistungen» lieber «Badumbau, Küchenbau und Reparaturen im Thurgau».
  • Statt «Allgemeines» lieber «So läuft die Anmeldung ab».
  • Fragen als Überschrift funktionieren gut, wenn deine Kundschaft genau diese Frage stellt.

Achte auf eine saubere Gliederung: eine Hauptüberschrift pro Seite, darunter Zwischentitel für Abschnitte und Unterpunkte, ohne Ebenen zu überspringen. Auch Google empfiehlt im eigenen SEO-Leitfaden, lange Inhalte in Absätze und Abschnitte mit Überschriften zu gliedern. Menschen mit Screenreader bewegen sich oft über die Überschriften durch eine Seite, und die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) verlangen, dass Überschriften Thema oder Zweck des folgenden Inhalts beschreiben.

4. Leicht zu überfliegen

  • Kurze Absätze: ein Gedanke pro Absatz. Drei bis vier Sätze reichen meistens.
  • Listen: Aufzählungen für Leistungen oder Voraussetzungen, nummerierte Listen für Schritte.
  • Fett mit Mass: Hebe Schlüsselbegriffe hervor, nicht ganze Sätze. Wenn alles fett ist, sticht nichts heraus.
  • Sprechende Links: «Preise für Wartungsverträge ansehen» statt «hier» oder «mehr». Wer sich mit einem Screenreader alle Links vorlesen lässt, hört sonst zehnmal «mehr».

5. Klar und einfach schreiben

Die internationale Norm ISO 24495-1 von 2023 beschreibt, was klare Sprache («Plain Language») ausmacht: Wortwahl, Struktur und Gestaltung sind so verständlich, dass die Leserinnen und Leser leicht finden, was sie brauchen, es verstehen und die Information nutzen können.

  • Kurze Sätze: Teile Schachtelsätze auf. Ein Satz, eine Aussage.
  • Verben statt Nomen, aktiv statt passiv: «Du meldest dich online an» statt «Die Anmeldung erfolgt mittels Online-Formular».
  • Fachbegriffe erklären: Ist ein Fachwort nötig, erkläre es beim ersten Vorkommen.
  • Konkret werden: Nenne Einzugsgebiet, Dauer, Ablauf und, wenn möglich, einen Preisrahmen. «Rasch» und «kompetent» sagen wenig.
  • Einheitlich bleiben: ein Begriff für eine Sache und durchgehend dieselbe Anrede, also «du» oder «Sie».

Für Schweizer Websites gehören die Schweizer Rechtschreibung mit «ss» statt Eszett und Preise in Franken dazu. Ist deine Website mehrsprachig, lass die Übersetzungen von Muttersprachlerinnen oder Muttersprachlern gegenlesen.

6. Echte Fragen beantworten

Beantworte jede Frage im ersten Satz direkt und liefere die Details danach. Gib wichtigen Themen eine eigene Seite, statt alles auf einer Seite zu sammeln. Häufige Fragen kannst du am Ende einer Seite bündeln, jede Antwort für sich verständlich.

Das hilft doppelt: Menschen finden schneller, was sie suchen, und Suchmaschinen sowie KI-Dienste finden klare Antworten, die sie aufgreifen können. Was klassische Suchmaschinenoptimierung von der Optimierung für KI-Antworten unterscheidet, erklären wir im Beitrag SEO oder GEO – was ist der Unterschied?.

7. Für Google und KI schreiben – ohne Tricks

Google sagt klar, worauf seine Systeme achten: auf hilfreiche, verlässliche Inhalte, die für Menschen geschrieben sind. Eine bevorzugte Wortzahl gibt es nach Google nicht. Zwei Stellen verdienen trotzdem besondere Sorgfalt:

  • Seitentitel (Title): Er erscheint als Link in den Suchergebnissen. Google empfiehlt kurze, beschreibende Titel, die für jede Seite unterschiedlich sind. Eine feste Zeichengrenze gibt es nicht, Google kürzt den Titel aber auf die Bildschirmbreite. Das Wichtigste gehört an den Anfang.
  • Meta-Beschreibung: Das Textstück unter dem Link stellt Google meist aus dem Seiteninhalt zusammen und nimmt die Meta-Beschreibung, wenn sie die Seite besser zusammenfasst. Schreib sie also als ehrliche, konkrete Zusammenfassung, nicht als Werbeslogan.

Und für die KI? Für die KI-Funktionen der Suche gibt es laut Google keine zusätzlichen Anforderungen, die bewährten SEO-Grundsätze gelten weiterhin. Google rät auch davon ab, Inhalte eigens für KI in kleine Häppchen zu zerlegen oder in einem speziellen Format zu schreiben. Wichtig ist, dass deine Inhalte als Text auf der Seite stehen, nicht nur in Bildern, Slidern oder PDFs.

8. KI als Schreibhilfe: ja, aber mit Redaktion

KI-Werkzeuge sparen Zeit: Sie schlagen Gliederungen vor, liefern erste Entwürfe und glätten holprige Sätze. Google hat 2023 festgehalten, dass ein angemessener Einsatz von KI nicht gegen die eigenen Richtlinien verstösst. Seit März 2024 gilt bei Google aber ausdrücklich als Spam, massenhaft Inhalte zu erstellen, die vor allem Rankings beeinflussen sollen und Leserinnen und Lesern wenig bringen – egal ob Menschen oder Maschinen sie schreiben. Ein Ablauf, der sich bewährt:

  1. Du lieferst den Inhalt: Fakten, Preise, Abläufe, typische Kundenfragen, Beispiele aus deinem Alltag.
  2. Die KI liefert einen Entwurf: Gib Zielgruppe, Ziel der Seite, Anrede und Länge vor.
  3. Ein Mensch prüft die Fakten: KI-Werkzeuge können Angaben erfinden, die plausibel klingen. Kontrolliere jede Zahl, jeden Namen und jede Aussage zu Recht oder Technik.
  4. Ein Mensch redigiert: Ergänze, was nur du weisst, etwa eigene Erfahrungen und Beispiele. Streiche Floskeln.
  5. Zum Schluss Korrektorat: Rechtschreibung, Schweizer Schreibweise, Anrede und Ton.

Gib keine vertraulichen Kundendaten in ein KI-Werkzeug ein, ohne zu wissen, was der Anbieter damit macht. Und wo deine Leserschaft es vernünftigerweise erwartet, empfiehlt Google, den Einsatz von Automatisierung offenzulegen.

9. Zum Handeln führen

Jede Seite braucht einen klaren nächsten Schritt, einen sogenannten Call to Action:

  • Konkret formulieren: «Offerte anfragen» oder «Termin buchen» statt «Absenden» oder «Mehr».
  • An der richtigen Stelle: nach dem Abschnitt, der überzeugt, und am Ende der Seite.
  • Hürden senken: Sag, was nach der Anfrage passiert. Die Telefonnummer sollte auf dem Handy direkt anklickbar sein.
  • Ein Hauptziel pro Seite: Fünf gleich wichtige Buttons lenken eher ab.

Die Checkliste für deine Website-Texte

  • Zielgruppe, Ziel und nächster Schritt jeder Seite sind geklärt.
  • Die Kernaussage steht am Anfang, Details folgen danach.
  • Überschriften sagen, worum es geht, und sind logisch gegliedert.
  • Absätze sind kurz, Aufzählungen und Schritte stehen in Listen.
  • Sätze sind kurz, aktiv und verwenden die Wörter deiner Kundschaft.
  • Echte Kundenfragen sind direkt beantwortet.
  • Linktexte sagen, wohin der Link führt.
  • Jede Seite hat einen eigenen Seitentitel und eine ehrliche Meta-Beschreibung.
  • KI-Entwürfe sind von einem Menschen auf Fakten, Ton und Schweizer Schreibweise geprüft.
  • Jede Seite endet mit einem klaren Call to Action.

Texte, die zu deiner Website passen

Gute Texte entstehen nicht am Schluss eines Projekts, sondern gehören von Anfang an zum Konzept. Wir unterstützen dich von der Content-Planung über Seitentexte bis zu Produktbeschreibungen und Landingpages, auf Wunsch KI-unterstützt. Wie wir Design, Technik und Inhalte zusammenbringen, siehst du auf unserer Seite zum Webdesign. Du willst deine Texte überarbeiten oder für eine neue Website planen? Projekt besprechen oder ruf uns an: 071 688 58 36.

Häufige Fragen

So lang, wie es braucht, um die Fragen deiner Besucherinnen und Besucher gut zu beantworten. Google hat nach eigenen Aussagen keine bevorzugte Wortzahl. Wichtiger als die Länge ist, dass die Kernaussage am Anfang steht und der Text mit Überschriften, kurzen Absätzen und Listen leicht zu überfliegen ist.

Ja. Google hält fest, dass ein angemessener Einsatz von KI nicht gegen die eigenen Richtlinien verstösst, entscheidend ist die Qualität. Massenhaft erstellte Inhalte, die vor allem Rankings beeinflussen sollen und wenig Mehrwert bieten, wertet Google aber als Spam. Lass KI-Entwürfe deshalb immer von einem Menschen auf Fakten, Ton und Schweizer Schreibweise prüfen und ergänze eigenes Wissen und eigene Beispiele.

Nein. Für die KI-Funktionen der Google-Suche gelten laut Google keine zusätzlichen Anforderungen, sondern die bewährten SEO-Grundsätze. Inhalte eigens für KI in kleine Häppchen zu zerlegen oder in einem speziellen Format zu schreiben, ist nicht nötig. Klare Struktur, direkte Antworten auf echte Fragen und wichtige Inhalte als Text helfen Menschen, Suchmaschinen und KI-Diensten gleichermassen.

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